Kategorie: Unihockey

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29.03.2015 Eigenmotivation, Sport Mental Seminar, Unihockey Keine Kommentare

Unihockey – 2.Liga

Montagabend. Mein Telefon klingelt. Am anderen Ende der Leitung der Trainer einer Unihockey Herren-Mannschaft. „Was können Sie uns, als Mental Trainerin, anbieten?“ war seine Frage. „Das Wasser steht uns buchstäblich am Hals. Ich bin offen für alles.“

Erst einmal musste ich mir einen Überblick über die Aufgabenstellung und vor allem aber über die Dringlichkeit der Lage, verschaffen. Unbestritten eine Feuerwehrübung – nicht wirklich meine Lieblingsdisziplin. Ich bin eher für Planung und Konstanz. Auf der anderen Seite: Sonntagsspaziergang kann jeder. Ich nahm die Herausforderung an.

Ausgangssituation

Letzte Spielsaison 2013/2014 war diese Mannschaft von der 1. in die 2. Liga abgestiegen. Während der ganzen Spielsaison 2014/2015 gewannen die Jungs nur einmal. Der Abstieg in die 3. Liga war theoretisch Fakt. „Ah, Playouts – best of five“, meinte ich (noch) relativ optimistisch. „Nein, best of three, klang es zurück.“ „Oh! Das wird knapp!“ hörte ich mich sagen.

Drei Tage später

Nach dem Motto: „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sass das Grüppchen der „letzten Mohikaner“, voller Erwartung vor mir. Gebannt verfolgten die Jungs aufmerksam meinen Erläuterungen und arbeiteten intensiv mit. Innerhalb kürzester Zeit wich die gedrückte Stimmung und machte einer energiegeladenen, hoffnungsvollen Atmosphäre Platz. Herrlich! Nach drei Stunden intensivster Arbeit, durfte ich diesen Abend als rundum gelungen, abhacken. Die Jungs waren kaum wieder zu erkennen. Glücklich, hoffnungsvoll und 100 % motiviert verliessen sie meine Praxis.

Nächster Tag

Anderntags spielte die Unihockey Mannschaft ihr letztes Saisonspiel. Es sollte als eine Art Generalprobe dienen. Knapp verloren! In den letzten 15 Sekunden wurde dieses Match wegen eines umstrittenen Penaltys zu ihren Ungunsten entschieden. Gespannt auf die Gemütslage der Jungs, empfang ich sie zwei Tage später zum nächsten und letzten Mannschafts-Mental Training. Obwohl sie diese Generalprobe nicht bestanden, war klar: „Wir kämpfen weiter. Wir schaffen das!“ Ihre Bereitschaft zu kämpfen und als Team den Liga-Erhalt zu verteidigen, war durch die gemeinsame Zusammenarbeit im Mental Training geweckt worden. Diese positive, energiegeladene Energie war im ganzen Raum spürbar.Unihockey win-u

Es gilt ernst!

Am folgenden Wochenende galt es ernst. Die Playout-Serie startete mit einem Auswärtsspiel: Ganz knapp verloren – 4:3. Da der Schiedsrichter den Winterthurer durch eine erfundene Strafe ein Überzahlspiel in der letzten Minute verwehrte. Das Wochenende darauf folgten die beiden letzten Spiele am gleichen Wochenende, das heisst Samstag (Heimspiel) und Sonntag (auswärts). Das 2. Spiel gewannen die motivierten Jungs mit einer souveränen Leistung mit 13:3 Toren. Top motiviert und fokussiert vom Samstagspiel verbuchten sie das 3. Spiel, mit einem Punktestand von 5:2 Toren, ebenfalls für sich! 2:1 für meine Jungs. Stell dir das mal vor: Während den Playouts gewannen sie mehr Spiele als während der ganzen Saison.

Klar, ein Mental Training ist nur ein Rädchen im Gefüge. Aber wenn es um alles oder nichts geht, kann die richtige Einstellung zum Spiel und im Leben das Zünglein an der Waage bedeuten, welches über Sieg oder Niederlage entscheidet.