Embodiment – Wechselwirkung zwischen Körper und Psyche

12.06.2012 Arthrose, Biokinematik, Biokinematik Training, Embodiment, Rückenschmerzen, Schmerzen, Selbstverantwortung, Walter Packi, wingwave Coaching Keine Kommentare

Das assistierte Entspannen des Iliacus Muskels gehört sozusagen zu meiner täglichen Routine, da dieser durch das viele Sitzen oft stark verkürzt ist.

Während einer biokinematischen Behandlung oder einem körperlichen Training können sich emotionale Blockaden lösen, welche durch traumatische Ereignisse wie Unfall, Verletzungen im Körper gespeichert sind. Diese Wechselwirkung von Körper und Psyche fasziniert mich immer wieder! So auch das folgende Beispiel letzter Woche, welches ich Ihnen nicht vorenthalten möchte:

Nachdem sich meine Klientin bei Walter Packi einer Erstbehandlung unterzogen hatte, schaut sie immer wieder bei mir vorbei – sie „arbeitet“ an ihren Fuss-, Knie- und Beinbeschwerden. Durch den Aufprall ihres Autos – während dem sie auf der Bremse und auf der Kupplung stand – wurde ihre Muskulatur einem besonderen Reiz ausgesetzt, was zu einer unwillkürlichen Muskelveränderung führte. Diese Strukturveränderung löst sich nicht von selbst und kann sich unmittelbar nach einem Unfall, vielleicht aber auch erst Jahre später zeigen, meist in Form von Schmerzen.

iliacus

Mosby’s Medical Dictionary,
8th edition. © 2009, Elsevier.

Hier nun das Szenario:
Während des Lösens des Iliacus Muskels und mitten in unserem Gespräch tauchen unvermittelt Bilder des Jahre zurückliegenden Autounfalls in meiner Klientin auf. „Komisch?! Bestimmt hängt diese Körperstelle irgendwie mit meinem Autounfall zusammen.“ meint sie…, bricht in Tränen aus. Ich weise sie an, die Butterfly-Technik anzuwenden – abwechselndes Klopfen mit vor dem Körper überkreuzten Armen – während ich mit meiner Behandlung fortfahre. Langsam versiegen ihre Tränen. Wir reflektieren – ich coache sie. Kurz darauf meint sie: „Mein Bein fühlt sich jetzt gerade wie gelähmt an!“ Einen kurzen Moment später: „Jetzt weiss ich! Ich hatte Angst, gelähmt zu sein!“ Darauf bricht es aus ihr heraus – heftiges Schluchzen und Weinen folgen ihren Worten. Ich unterbreche meine Behandlung am Iliacus, wechsle zum Tapping (EMDR taktil). Dadurch verarbeitet meine Klientin einen weiteren Teil Ihres Autounfalls.

Anschliessend an die Sitzung spürt sie, wie sich die Muskulatur (fast) von allein gelöst hat – ihr Bein fühlt sich leichter an. Nun ist es ihr möglich, im regelmässigen Üben der Rückneigung befreiter weiterzufahren.

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