Impulse & Wissen

Biokinematik – eine Form der Geistesschulung

Biokinematik als Geistesschulung – wie Gedanken den Körper bewegen

Dein Geist ist alles.
Er dirigiert dein Körperorchester. Dein Körper folgt immer deinem Geist.

Was du über dich und deinen Körper denkst, hat unmittelbare Auswirkungen auf ihn. Diese Gedanken – ausgesprochen oder unausgesprochen – spiegeln sich früher oder später im Körper wider. Dein Körper ist dabei neutral. Er wertet nicht, diskutiert nicht und widerspricht nicht. Er setzt um.

Mir ist bewusst, dass diese Worte provokativ wirken können. Dennoch stehe ich voll und ganz hinter dem, was ich hier schreibe. Mir liegt sehr daran, dass du den grösstmöglichen Nutzen aus dem Biokinematik-Training ziehen kannst. Dazu gehören klare, ehrliche Worte und Authentizität.

Sätze wie
„Mein Knie ist so steif.“
„Ich komme in der Rückneige nicht weiter nach hinten.“
„Das kann ich nicht.“

machen nicht nur das Biokinematik-Training unnötig schwer – sondern oft auch das Leben insgesamt.


Geistesschulung

Willst du weiterhin gegen deinen Körper kämpfen – oder möchtest du glücklich und schmerzfrei sein?

Ein paar Beispiele sollen dir zeigen, wie kraftvoll deine Gedanken sind. Ob sie ausgesprochen werden oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Du bist mächtig – sehr mächtig.

Der Satz
„Mein Knie ist so steif. Es ist ganz anders als das andere Knie.“
richtet deinen Fokus vollständig auf die Bewegungseinschränkung. Dein Geist beschäftigt sich mit dem Problem – nicht mit der Erfahrung. Und erinnere dich: Dein Geist arbeitet immer für dich. Er wird dir zeigen, dass du Recht hast. So bleibt das Knie steif. Vielleicht nicht nur das Knie.

Du kannst dir das Zusammenspiel von Geist und Körper wie den Flaschengeist vorstellen, der nach deiner Anweisung antwortet:

„Dein Wunsch ist mir Befehl.“

„Ich komme nicht weiter nach hinten. Hier geht es nicht mehr weiter. Ich höre besser auf.“
Genau. Du wirst Recht behalten.

„Den Raupengang kann ich nicht. Ich hatte noch nie Kraft in den Füssen. Wozu soll das gut sein?“
Exakt. Auch hier behältst du Recht. Der Widerstand gegen diese grundlegende Übung der Biokinematik wird deutlich. Vielleicht wäre es ehrlicher, statt „Ich kann nicht“ zu sagen: „Ich will nicht“.

Noch einmal:
Dein Geist dirigiert dein Körperorchester. Der Körper folgt deinen Erwartungen – nicht deinen Hoffnungen.

Deshalb ist eine bewusste Entscheidung unumgänglich:
Will ich weiter gegen meinen Körper arbeiten – oder mit ihm als Team das bestmögliche Resultat erzielen?


Biokinematik – Umgang mit Schmerzen

„Oh, diese Schmerzen. Ich halte sie nicht mehr aus.“
Auch hier gilt: Du behältst Recht.

Chronische Schmerzen

Chronische Schmerzen im Bewegungsapparat entwickeln sich meist schleichend. Sie kommen und gehen, verändern ihre Intensität oder ihren Ort. Irgendwann werden sie so präsent, dass sie nicht mehr ignoriert werden können.

Ursachen können sein:

  • Muskel-Dysbalancen: Überlastete Gegenspielermuskeln innerhalb einer Muskelkette – im unteren Rücken sogar bis hin zum Bandscheibenvorfall.

  • Äussere Veränderungen: Wechsel von Barfussschuhen zu schweren Winterschuhen, neue Einlagen, eine andere Matratze, ein neuer Bürostuhl oder auch Muskelermüdung durch veränderte Belastung.

In diesem Zusammenhang sind Schmerzen vor allem eines:

Warnsignale.

Sie rufen um Aufmerksamkeit – nicht um Bekämpfung.

Wichtig: Ich spreche hier ausdrücklich von chronischen oder haltungsbedingten Schmerzen des Bewegungsapparates. Keinesfalls möchte ich Schmerzpatienten kompromittieren oder medizinische Diagnosen relativieren.


Schmerzen im Biokinematik-Training

Auch das Biokinematik-Training kann Schmerzen auslösen – vergleichbar mit einem besonderen Muskelkater. Das Training verändert ganze Muskelketten. Es wird umgebaut, repariert und neu organisiert. Diese Prozesse sind (leider) nicht immer schmerzfrei.

Wie im Krafttraining gilt:
Ohne Reiz keine Veränderung.


Chronischer Schmerz versus Trainings- und Veränderungsschmerz

Lerne unbedingt, Schmerz von Schmerz zu unterscheiden.

Beobachte nach jeder Übungswiederholung:

  • Was tut sich gerade?
  • Wie fühlt es sich an?
  • Was hat sich verändert?

Veränderungsschmerzen verändern sich: in Intensität, Qualität oder Lokalisation. Sie sind ein Zeichen von Arbeit. Ich lade dich ein, sie ruhig zu beobachten und mit ihnen zu arbeiten. Mit der Zeit verlieren sie ihren Schrecken – vielleicht werden sie sogar zu „Arbeitskollegen“.

Eine entscheidende Frage lautet:
Sind es noch dieselben Schmerzen wie vor dem Biokinematik-Training?


Biokinematik-Training als Geistesschulung

Meine Tipps zur mentalen Neuausrichtung

  1. Notiere dir die kleinsten körperlichen oder mentalen Veränderungen.
    Weg vom Fokus „Schmerz“ und „Was geht immer noch nicht“.
    Beispiele:

    „Meine Füsse sind nicht mehr kalt.“
    „Mein Becken fühlt sich stabiler an.“
    „Ich bin mental ruhiger.“
    „Ich konnte Schmerzmedikamente reduzieren oder absetzen.“

  2. Fokussiere dich auf die korrekte Übungsausführung – nicht auf Schmerz oder Krampf.
  3. Betrachte Schmerzen als Boten, die mit dir kommunizieren möchten – nicht als Feinde.

Zum Abschluss

Zur Erinnerung:
Dein Geist behält immer Recht.

Wenn du denkst, du kannst etwas nicht, dann ist es so.
Wenn du denkst, du schaffst es, dann ebenfalls.

Wenn du Grosses bewegen möchtest – besonders nach Monaten oder Jahren mit Schmerzen – ist es unumgänglich, dein Mindset regelmässig zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern. Ohne eine veränderte innere Haltung wird sich im Aussen wenig bewegen. Vielleicht gar nichts.

Es gibt keine neutralen Gedanken.

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