Impulse & Wissen

Mein Weg in die Selbstständigkeit – von Funktionieren zu Prävention

Rückblickend war die Selbstständigkeit für mich kein mutiger Entscheid und kein strategischer Plan. Sie war eine logische Folge meines Lebenswegs.

Geprägt durch frühe Verantwortung, durch Anpassung und durch ein tiefes Bedürfnis nach Eigenständigkeit, bin ich Schritt für Schritt in eine Form des Arbeitens hineingewachsen, die mir erlaubt, mich selbst zu sein. Nicht immer bewusst. Nicht immer leicht. Aber konsequent.

Heute – nach über zwanzig Jahren Selbstständigkeit – stehe ich erneut an einem Wendepunkt. Nicht, weil etwas falsch war. Sondern weil sich mein Blick geweitet hat.


Frühe Prägung: Selbstständig aus Notwendigkeit

Meine Eltern bauten innerhalb von fünfzehn Jahren zwei Unternehmen auf. Arbeit, Verantwortung und Existenzsicherung prägten unseren Alltag. Unsere Wohnung wurde zum Verlag, Privatleben und Beruf verschmolzen.

Meine Schwester und ich lernten früh, uns selbst zu organisieren.
Eigenständigkeit war kein Ideal – sie war notwendig.


Pflicht statt Berufung

Mein Wunsch, Krankenschwester zu werden, blieb unerfüllt. Stattdessen absolvierte ich eine kaufmännische Lehre im Verlag meiner Eltern – aus Pflichtgefühl und Vorsorge.

Kurz darauf starb mein Vater unerwartet.
Von einem Tag auf den anderen trugen wir Verantwortung.
Wir waren vorbereitet – und funktionierten.


Wenn der Körper widerspricht

Drei Jahre später meldete sich mein Körper.
Heftige Ischias-Schmerzen traten auf.

Erst viel später verstand ich:
Ich lebte angepasst, nicht stimmig.
Der Schmerz war kein Feind – sondern ein Hinweis.


Neuausrichtung durch Erfahrung

Der Aufenthalt in den USA, die Zeit als Mutter, die Rückkehr ins Berufsleben – all das führte mich schrittweise weg vom Funktionieren und hin zu einer inneren Ausrichtung.

Nach Jahren chronischer Rückenschmerzen fand ich über die Biokinematik nachhaltige Erleichterung.
Ich begann mich ausbilden zu lassen, leitete Kurse, sammelte Erfahrung.

Doch etwas fehlte.


Der Mensch ist mehr als sein Körper

In meinen Kursen zeigte sich deutlich:
Viele Menschen konnten sich nicht entspannen.
Nicht loslassen.
Nicht abschalten.

So folgten Ausbildungen zur psychologischen Beraterin und zur Sport Mental Trainerin.
Mir wurde klar: Körper, Psyche und Nervensystem lassen sich nicht trennen.


Zu eng positioniert

Mit der Kombination aus Biokinematik, Mental Training und wingwave positionierte ich mich stark im Bereich Rückenschmerz.

Das war wirksam – aber rückblickend zu eng.
Der Fokus auf Schmerz begann mich selbst zu beschweren.


Heute: Stress als gemeinsame Wurzel

Heute sehe ich klarer: Was meine Klientinnen und Klienten verbindet, ist nicht primär der Schmerz.
Es ist Dauerstress.

Stress als Grundzustand.
Stress als Anpassungsstrategie.
Stress als stiller Vorläufer von Beschwerden.

Dort setze ich heute an – früher, präventiver, entlastender.


Schluss: Positionierung heute

Ich löse mich zunehmend von der reinen Methodenorientierung.
Biokinematik und Mental Training bleiben wertvolle Werkzeuge – aber sie stehen nicht mehr im Zentrum.

Im Zentrum steht der Mensch.
Sein Nervensystem.
Seine Geschichte.
Sein Tempo.

Meine Arbeit heute richtet sich auf mentale Gesundheitsvorsorge, Regulation und innere Sicherheit – bevor Schmerz chronisch wird.

Selbstständigkeit bedeutet für mich heute nicht mehr nur, eigenständig zu arbeiten.
Sondern eigenständig zu denken, wahrzunehmen und Verantwortung für Gesundheit früher zu übernehmen.


Dieser Blog ist ein Ort zum Einordnen und Verstehen.
Weitere Gedanken zu mentaler Gesundheitsvorsorge und Stress teile ich hier regelmässig.

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