Mein Leben lang habe ich – ohne es zu merken – in einem Hamsterrad gelebt.
Ich war ständig am Tun, am Machen, am Kämpfen. Etwas anderes kannte ich nicht. Rückblickend fühlte es sich weniger nach Leben an, sondern vielmehr nach Überleben.
„Keine Zeit, keine Zeit“ war mein inneres Mantra. Ich musste noch dies, noch das – und überhaupt. Alles musste schnell gehen, möglichst viel, möglichst effizient. Frei nach dem Motto: Ohne Fleiss kein Preis.
Früh geprägt
An meine Schulzeit erinnere ich mich nur ungern. Sie war alles andere als leicht oder entspannt. Bereits mit neun Jahren geriet ich in ein System aus Erwartungen: lernen, leisten, sich behaupten, gute Noten schreiben, durchhalten – und das möglichst alleine.
Kämpfen. Funktionieren. Weitermachen.
Meine Eltern lebten mir – unbewusst – ihr eigenes Lebenskonzept vor. Ein Konzept, das sie selbst übernommen hatten. Ohne es zu hinterfragen, übernahm auch ich dieses Mindset und lebte es viele Jahre lang.
Mein innerer Glaubenssatz lautete:
„Wenn du etwas erreichen willst, musst du hart arbeiten, viel Energie investieren und alles sehr ernst nehmen. Denn Geld verdienen und Leben sind eine ernste Angelegenheit.“
Ist das wirklich wahr?
Mit meinem heutigen Wissen sage ich klar: Nein.
Ist man wirklich erfolgreicher, wenn man den ganzen Tag rennt?
Wenn man viele Stunden arbeitet?
Wenn alles schwer und anstrengend sein muss?
Ich glaube nicht mehr daran.
Zu den Glaubenssätzen, die ich ungeprüft aus meinem Elternhaus übernommen habe, gehörten unter anderem:
„Das Leben ist kein Ponyhof.“
„Nach der Schulzeit beginnt der Ernst des Lebens.“
„Als Erwachsener gibt es nichts mehr zu lachen.“
„Für Geld muss man hart und lange arbeiten.“
Das Mindset formt die Realität
Mit dieser inneren Programmierung setzte ich mir eine bestimmte Wahrnehmungsbrille auf – und kreierte damit unbewusst meine Realität.
Denn wir alle bewegen uns in einer Grundstimmung durchs Leben:
ernst oder leicht, misstrauisch oder vertrauend, offen oder verschlossen.
Und genau so begegnet uns das Leben.
Lächeln wir, wird zurückgelächelt.
Sind wir grimmig, erleben wir Grimmiges.
Das ist kein Zufall, sondern Resonanz.
Im Gegenüber begegnen wir immer auch uns selbst.
Ein kollektives Innehalten
Mit der C-Krise hat sich vieles verändert – nicht nur für mich. Viele Menschen begannen plötzlich, ihr bisheriges Lebenskonzept zu hinterfragen.
„Es muss doch auch anders gehen.“
„Da gibt es doch mehr.“
Für mich war klar: Zurück auf „Start“ wollte ich nicht. Auch wenn sich im Aussen einiges verändert hatte – oder gerade deshalb – war es an der Zeit, grundlegend neu zu denken.
Mindset verändern – aber richtig
Also begann ich, mein Mindset zu verändern.
Doch nicht, ohne zuerst mein inneres Gepäck zu betrachten.
Denn ein neues Mindset funktioniert nicht, wenn alte Muster unbewusst weiterwirken. Im Gegenteil: Die Prägungen aus der Kindheit sind oft stärker als jede noch so positive Affirmation.
Bevor Neues entstehen kann, braucht es Aufräumen.
Bewusstes Hinsehen.
Anerkennen.
Loslassen.
Wie ich vorgehe
Ich ziehe mich regelmässig in die Stille zurück – am liebsten in die Natur.
(Dafür braucht es übrigens keine Insel im Paradies. Oft reicht ein Spaziergang um die Ecke.)
Ich betrachte mein Leben mit wohlwollenden Augen:
Ereignisse, Situationen, Erfahrungen – insbesondere die schwierigen Kapitel.
Schritt für Schritt verarbeite ich, was sich zeigt.
Mit jedem Thema, das ich integriere, wird mein inneres Gepäck leichter.
Und das Schönste daran: Ich komme mir selbst immer näher.
Mich ganz authentisch leben zu können – das ist mein Ziel.
Neues Mindset – neues Lebenskonzept
Mein neues Mindset habe ich bewusst und achtsam gewählt.
Es ist ausgerichtet auf Leichtigkeit, im Fluss sein und aus dem Herzen handeln.
Ich plane, noch viele Jahre mit Freude tätig zu sein – nicht aus Pflicht, sondern aus innerem Antrieb. Denn wenn wir das tun, was uns erfüllt, fühlt es sich nicht wie Arbeit an.
Meine innere Arbeit gehört für mich ganz selbstverständlich dazu – wie tägliches Zähneputzen.
Und ich erlebe: Wenn ich mich verändere, verändert sich auch mein Umfeld. Niemand bleibt unberührt.
Von innen nach aussen. Immer.

Probleme von heute – Lösungen von innen
Ich bin überzeugt: Nur so lassen sich auch die grossen Herausforderungen unserer Zeit lösen. Nicht durch Kampf im Aussen, sondern durch Bewusstseinsarbeit im Inneren.
Früher hörte ich oft den Satz:
„Erst einmal vor der eigenen Haustüre kehren.“
Vielleicht ist genau das der Schlüssel.
Was würde geschehen, wenn wir alle bei uns selbst anfangen würden – inklusive Ego?
Ich habe eine Vorstellung davon.
Und du?
Komm mit. Lass dich inspirieren.
„Imagine all the people …“
— John Lennon
„Imagine“ all the people… – von John Lennon. Ich liebe diesen Text. Gespickt mit Ideen und Möglichkeiten.