Impulse & Wissen

Hassen ist einfacher ist als Lieben

Eine Einladung

„Hassen ist einfacher als zu lieben.“ Ein harter Satz. Vielleicht sogar provokativ.

Ich lade dich ein, ihn einen Moment wirken zu lassen.
Nicht im Kopf. Sondern im Körper.
Ohne sofort zuzustimmen – oder zu widersprechen.

Was löst er in dir aus?


Wir leben in einer Welt der Bewertungen.
Von klein auf lernen wir, einzuordnen, zu vergleichen, zu beurteilen:
gut oder schlecht, richtig oder falsch, sympathisch oder unsympathisch.

Dieser Prozess läuft blitzschnell, unbewusst und automatisch ab.

Und er hat einen Sinn:

  • Bewertung schafft Ordnung.
  • Ordnung vermittelt Sicherheit.
  • Und Sicherheit spart Energie.

Ursprünglich diente dieses System unserem Überleben.
In Gefahrensituationen mussten wir rasch entscheiden: Freund oder Feind?

Die Frage ist nur:
Brauchen wir dieses permanente Bewertungssystem heute noch in diesem Ausmass?


Als Kinder kommen wir ohne diese Schubladen auf die Welt.
Babys begegnen dem Leben offen, unvoreingenommen, ohne Urteil.
Erst mit der Zeit übernehmen sie das duale Denken unserer Umgebung.

In Familie, Schule, Sport, Ausbildung lernen wir:
besser – schlechter, schneller – langsamer, mehr – weniger wert.

Und irgendwann beginnen wir nicht nur andere zu bewerten,
sondern auch uns selbst.

„Ich bin schlecht in Mathe.“
„Ich bin nicht sportlich.“
„Ich genüge nicht.“

Welche Etiketten trägst du vielleicht heute noch?


Bewertung schafft Distanz.
Und Distanz macht es leicht, jemanden nicht zu mögen.

Sobald ein Mensch in der „nicht-meine-Schublade“ gelandet ist, müssen wir uns nicht mehr mit ihm beschäftigen. Wir sehen ihn nicht mehr wirklich. Wir bleiben im Kopf – nicht im Kontakt.

Und genau hier wird es spannend.


Denn Hass braucht keine Beziehung.
Hass hält auf Abstand.
Er schützt vor Nähe, vor Verletzlichkeit, vor Schmerz.

Liebe hingegen fordert Präsenz.
Offenheit.
Die Bereitschaft, nicht recht haben zu wollen.
Und den Mut, zu fühlen.

Das kostet mehr als ein Urteil.
Mehr als Ablehnung.
Mehr als Kampf.


In Beziehungen zeigt sich das besonders deutlich.
Menschen, die sich einst liebten, bekämpfen sich manchmal bis aufs Äusserste.

Warum?

Nicht, weil sie wirklich hassen.
Sondern weil es zu schmerzhaft wäre, tiefer zu schauen.
Weil unter dem Hass oft noch Liebe liegt – und Trauer, Enttäuschung, Ohnmacht.

Solange gestritten wird, bleibt Aktivierung.
Und Aktivierung tut weniger weh als Nähe.


Eine offene Bewegung

Vielleicht ist das der Kern:

Hassen ist oft einfacher als zu lieben,
weil Lieben ein reguliertes Nervensystem braucht.

Liebe ist kein moralischer Anspruch.
Sie ist ein Zustand von innerer Sicherheit.

Und solange diese Sicherheit fehlt, erscheint Kampf oft leichter als Verbindung.


So gehe ich.   Wenn es dich ruft – komm mit.


Ein Nachklang

Vielleicht liegt der Unterschied zwischen Hassen und Lieben
gar nicht im Charakter eines Menschen,
sondern im Zustand seines inneren Systems.

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