Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der sich vieles gleichzeitig bewegte. Die Zeit meiner Scheidung war geprägt von Sorgen, Entscheidungen, innerem Ringen. Mein Kopf war voll – manchmal so voll, dass ich kaum wusste, wo ich anfangen sollte.
Wenn alle Kinder in der Schule waren, machte ich mich oft auf den Weg in den Wald.
Nicht, weil ich eine Lösung suchte.
Sondern weil ich einfach gehen musste.
Ich ging los mit Gedankenchaos. Mit offenen Fragen. Mit Emotionen, die keinen klaren Platz fanden.
Und dann passierte etwas, das ich bis heute schwer erklären kann.
Während des Gehens veränderte sich etwas. Schritt für Schritt wurde es innerlich ruhiger. Nicht plötzlich, nicht spektakulär – eher wie ein sanftes Sortieren im Hintergrund.
Beim Herauskommen aus dem Wald war vieles klarer.
Gedanken hatten sich geordnet:
Das delegiere ich.
Das brauche ich nicht mehr.
Das streiche ich.
Und für dieses eine Thema sehe ich plötzlich eine Lösung.
Ich fühlte mich oft wie neu geboren. Nicht, weil alles verschwunden war – sondern weil ich wieder Orientierung hatte.
Vielleicht liegt darin die besondere Kraft des Waldes: Er fordert nichts von uns. Er bewertet nicht. Er gibt Raum, damit sich etwas neu ordnen darf.
Selbst mein jüngster Sohn konnte dieses Erleben verstehen. Auf seine kindliche Weise erkannte er, dass der Wald etwas mit mir machte – dass ich anders zurückkam, ruhiger, klarer.
Heute weiss ich: Das ist Erdung.
Der Kontakt mit dem Boden, das rhythmische Gehen, die Natur um uns herum – all das scheint etwas im Inneren zu bewegen, das wir nicht bewusst steuern müssen.
Manchmal reicht es, loszugehen.
Und der Weg beginnt, uns zu tragen.
👉 Vielleicht kennst du dieses Gefühl, wenn Bewegung plötzlich Klarheit bringt.
Heute fliesst diese Erfahrung auch in meine Arbeit ein. Ich begleite Menschen dabei, wieder in Kontakt mit ihrem Körper zu kommen – und Räume zu öffnen, in denen sich innere Ordnung zeigen darf.